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Sich selbst beschenken

Tags dieses Artikels:
Paradigmenwechsel, Selbsterfahrung, Selbst

Im Umfeld der Work-Life-Balance geht es ab und zu auch um das Thema, sich selbst eine Freude zu machen. Das ist allerdings meist eher als Sinnbild gemeint. Hier soll es um den ganz realen Vorgang gehen.
Vielleicht kennen Sie das auch: Irgendwann beim Älterwerden erreicht man den Zustand, der einen früher an denen, die ihn schon erreicht hatten, so genervt hat. Man besitzt im Grunde schon alles Notwendige und noch ein wenig mehr. Das heißt nun nicht unbedingt, dass man wunschlos wäre. Es heißt aber oft, dass man in Bezug darauf, was man gern geschenkt bekommen möchte, ziemlich genaue Vorstellungen hat. Und das wiederum läuft darauf hinaus, dass man sich gegenseitig im Familienkreis ziemlich genau sagt, was man sich wünscht, vorzugsweise mit Bestellnummer oder Online-Shop-Link. Oder man besorgt es gleich selbst.
Wie langweilig.
Nun lasen wir neulich von einem Ehepaar, das diesen Vorgang durchbrochen hat: Jeder kauft sich seine Geschenke nicht nur selbst, er schenkt sie sich auch selbst. Das wollen wir also auch ausprobieren. Jeder kann also – bis zu einem gemeinsam vereinbarten Betrag – seine Weihnachtsgeschenke selbst aussuchen. Nun werden Sie vielleicht denken, dass das ja nun wirklich keinen Unterschied macht. Soweit sind wir aber schon, sagen zu können, dass doch.
Was wegfällt, ist beispielsweise die Frage, ob dem, von dem man sich etwas wünscht, der Wunsch auch zusagt. Erst wenn man darauf keine Rücksicht nehmen muss, merkt man, dass das vorher überhaupt ein Problem war. Meine Mutter beispielsweise war strikt gegen das Verschenken von Haushaltsgegenständen, auch an uns, die wir fürs Leben gern kochen.
Was dazu kommt, ist beispielsweise die Frage, wie großzügig und wie nachsichtig man mit sich selbst sein möchte. Wie gesagt, der Betrag liegt fest. Trotzdem bemerkt man die Schere im Kopf – eigentlich, ja eigentlich wäre ja jetzt mal Gelegenheit für eines der unsinnigen, aber schönen Dinge, die sonst nie durch die Prüfung kommen. Aaaber…
Bis Weihnachten sind es noch 17 Tage. Mal sehen, was man alles über sich lernen kann dabei, sich selbst etwas zu schenken.